Gilt die Haftungserleichterung auch gegenüber Kollegen?

Im Prinzip ja.

Zwar haftet der Arbeitnehmer zunächst in voller Höhe. Er hat jedoch einen Freistellungsanspruch gegen den Arbeitgeber gemäß §§ 670, 675 257 Satz 1 analog. Die Höhe des Freistellungsanspruchs richtet sich nach der Quotelung beim innerbetrieblichen Schadensausgleich.

Im Außenverhältnis haften Arbeitnehmer und Arbeitgeber aber als Gesamtschuldner.

In welcher Höhe haftet der Arbeitnehmer?

Grundsätzlich kommt es dafür auf das Verschulden des Arbeitnehmers hinsichtlich der schädigenden Handlung und des Schadens an. Dabei gilt:

  • Vorsatz: Volle Haftung.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Volle Haftung, sofern kein deutliches Missverhältnis zwischen Verdienst und Schaden.
  • Mittlere Fahrlässigkeit: Quotale Schandesverteilung anhand aller vorliegenden Umstände.
  • Leichte Fahrlässigkeit: Keine Haftung.

Warum gibt es eine Haftungserleichterung des Arbeitnehmers im Rahmen des innerbetrieblichen Schadensausgleichs?

Es wird berücksichtigt, dass der Arbeitnehmer in den Betrieb eingebunden ist und den Arbeitgeber hier auch eine Verantwortlichkeit für die Schadensverhinderung trifft. Außerdem profitiert der Arbeitgeber auch von der Tätigkeit seiner Arbeitnehmer. Zudem soll eine existenzvernichtende Haftung verhindert werden.