In welchen Fällen müssen Kündigungen angezeigt werden?

Das regelt § 17 Abs. 1 KSchG:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, der Agentur für Arbeit Anzeige zu erstatten, bevor er
1. in Betrieben mit in der Regel mehr als 20 und weniger als 60 Arbeitnehmern mehr als 5 Arbeitnehmer,
2. in Betrieben mit in der Regel mindestens 60 und weniger als 500 Arbeitnehmern 10 vom Hundert der im Betrieb regelmäßig beschäftigten Arbeitnehmer oder aber mehr als 25 Arbeitnehmer,
3. in Betrieben mit in der Regel mindestens 500 Arbeitnehmern mindestens 30 Arbeitnehmer
innerhalb von 30 Kalendertagen entläßt. Den Entlassungen stehen andere Beendigungen des Arbeitsverhältnisses gleich, die vom Arbeitgeber veranlaßt werden.

Es kommt also zum einen auf die Zahl der Entlassung an, zum anderen auf die Zahl der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer.

Hat der gekündigte Arbeitnehmer einen Anspruch auf Abfindung?

In der Regel nicht.

Gesetzliche Abfindungsansprüche gibt es eigentlich nur, wenn der Arbeitgeber die Abfindung in der betriebsbedingten Kündigung anbietet und der Arbeitnehmer daraufhin die Kündigung akzeptiert, ohne Klage einzureichen (§ 1a KSchG). Außerdem kann es noch ganz seltene Fälle geben, in denen dem zu Unrecht gekündigten Arbeitnehmer das Weiterarbeiten im Betrieb unzumutbar ist (§ 9 KSchG).

Daneben werden aber sehr häufig Abfindungen gezahlt, wenn der Arbeitgeber gegen die Kündigung klagt und dann vor Gericht ein Vergleich geschlossen wird.

Was ist eine Massenentlassungsanzeige?

Wird innerhalb von 30 Kalendertagen eine größere Zahl von Arbeitnehmern entlassen (genaue Zahl abhängig von der Betriebsgröße, § 17 Abs. 1 KSchG), so hat der Arbeitgeber dies der Agentur für Arbeit mitzuteilen. Wird die Anzeige unterlassen, sind die Kündigungen unwirksam.

Die Agentur für Arbeit muss in gewissem Rahmen den Entlassungen zustimmen (§ 18).